Konvivialität

Ich erwarte mir nichts von Technologie, aber ich glaube an die Schönheit, die schöpferische Kraft und die überraschende Erfindungsgabe der Menschen, und darauf hoffe ich.
— Ivan Illich

»Con-vivial« ist ein zweigliedriges Wort. Er besteht aus der Vorsilbe »con«, die dem lateinischen »cum« entspringt und »zusammen mit« heißt, sowie »vivial«, das seine Verwandtschaft mit dem lateinischen Verb »vivere« = »leben« leicht zu erkennen gibt.


»Conviva« ist der Tischgenosse; »Convivium« ist eine Gesellschaft geladener Gäste, ein Gastmahl, eine Tischgesellschaft; »convivere« bedeutet »zusammenleben«, »miteinander speisen«, und das englische Adjektiv »convivial« heißt »gastlich«, »fröhlich« durchaus auch im Sinne von »ein wenig beschwipst«. Für die Art des Miteinanderseins, die als »Konvivialität« bezeichnet wird, sind offenbar ein Tisch, um den man sich versammeln kann, ein Krug Wein, den man gemeinsam leeren kann, und ein Brot, das man miteinander teilt, ziemlich unabdingbare Utensilien, um ein gutes Gespräch zu führen. Der Tisch kann natürlich auch ein leeres Rund sein, um das die Versammelten sich auf den Boden hocken. Ivan Illich nennt noch ein weiteres Utensil: eine brennende Kerze. Denn: »Unser Gespräch sollte immer in der Gewissheit geführt werden, dass da noch jemand anderer ist, der an die Tür klopfen wird, und die Kerze steht für ihn oder sie. Das ist eine beständige Mahnung, dass die Gemeinschaft nie geschlossen ist« (Illich 2005: 177).